Internationales Symposion für Druckgrafik

Form-Gegenform
Internationes Symposion für experimentelle Druckgrafik
Kuratiert von Mag.art Josef Brescher

In der Zeit vom 14.6.-26.6.2010 wird in der Druckwerkstatt „SCHEINHAUS“ in Gaspoltshofen ein internationales Künstlersymposion mit druckgrafischem Schwerpunkt abgehalten.

Mitten in Gaspoltshofen arbeiten Künstlerinnen und Künstler aus Österreich, Deutschland und den USA an einer freien, zeitgemäßen künstlerischen Aufbereitung des Themas der heurigen Landesausstellung. Im Künstler-Symposion „Form-Gegenform“ wird den Mitteln der Druckgrafik versucht, die auch für die heutige Kulturgeschichte so wichtigen Themen, die mit der Renaissance und Reformationszeit verbunden sind, auf ihre aktuellen Bezüge hin zu untersuchen.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:

Klara Kohler (A), Josef Brescher (A), Tina Eisenbeis (NY), Linda Schwarz (D), Raimund Reiter (D)

Ort:

Druckwerkstätte „SCHEINHAUS“, Hauptstrasse 12, 4673 Gaspoltshofen (direkt am Platz vor der Kirche)

Termine Symposion
Dauer: 14.6.-25.6.2010
Am Sa, den 19.6. ab 14h laden wir alle Kunstinteressierten zum Kunstgespräch bei einem Glas Wein in das SCHEINHAUS ein. In der zweiten Woche, also vom 20.6.- 25.6. ist das Symposion ist für alle Besucher offen.

Termine Ausstellung

Die Resultate des internationalen Künstlersymposions „FORM-GEGENFORM“ werden anschließend in der „Galerie im Scheinhaus“ im ersten Stock ausgestellt.

Vernissage: Fr, 25.6.2010, 19.30h
Ausstellungsdauer vom 26.6.2010 bis 8.8.2010
Öffnungszeiten: So 14-17h

Einige Überlegungen zum Hintergrund des Symposions:

Die Erfindung –oder genauer die Entwicklung des Buchdrucks aus den Erfahrungen der grafischen Künste heraus – war einer der wichtigsten Katalysatoren jener Epoche, die als Neuzeit bezeichnet wird. Die Grafik besitzt aus ihrem Selbstverständnis heraus ein großes aufklärerisches Potential und bildet durch ihre Reproduzierbarkeit demokratische, kunstvermittelnde Gegenpositionen zu den elitären Unikaten der Malerei. Sie erreichte auf Grund höherer Auflagen breitere Bevölkerungsschichten und die Bildhaftigkeit der grafischen Blätter diente sowohl reformatorischen als auch gegenreformatorischen Kräften zur Verankerung ihrer jeweiligen Thesen im Volk. Hierbei diente die Grafik, meist waren es Holzschnitte, einerseits zur Illustration der Bibelgeschichte in Bildform, da die Kulturtechnik des Lesens nur Geistlichen und gehobenen Adelsschichten zur Verfügung stand. Gedruckte Flugblätter streuten später im wörtlichen Sinne ihre meist aufrührerische Botschaft unters Volk, Schriften kursierten im Untergrund und wurden geheim verbreitet. Die 95 Thesen Luthers, ursprünglich gedacht als Diskussionsgrundlage für einen fachkundigen Theologenkreis, wurden so immer wieder nachgedruckt und auf Handzetteln verbreitet.

Der auch heute noch von Freunden und Spezialisten der „Schwarzen Künste“ gepflegte manuelle Hoch- und Tiefdruck gibt einen unmittelbaren Ein-Druck in die Mühen und Reize der grafischen Vervielfältigung. Diese Prozesse führen den Betrachter zum Ursprung aller Massenmedien zurück und können so ein Überdenken des aus allen Ufern getretenen Bilder- und Informationsflusses bewirken.

Anlässlich der Landesausstellung 2010 im Schloss Parz, welche unter dem Titel „Renaissance und Reformation“ abgehalten werden die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler in einem zweiwöchigen Symposion ihre aktuelle Sicht auf dieses weite Themenfeld erarbeiten und anschließend ausstellen.

Die Druckwerkstätte „SCHEINHAUS“

Das „SCHEINHAUS“ mit seinem künstlerischen Leiter Mag. JOSEF BRESCHER ist ein überregionales Zentrum, an dem die Kunst der Grafik lebendig gehalten wird. Durch besondere Aktivitäten, wie es dieses länderübergreifende Symposion darstellt, wird der Dialog mit zahlreichen hervorragenden Künstlerinnen und Künstlern weit über die Region hinaus geführt. Seit mehreren Jahren widmen wir uns neben der professionellen Kunstpraxis auch intensiv der Kunstvermittlung, es gibt Programme für Schulen und Radierkurse für Anfänger. Im ersten Stock des Scheinhauses befindet sich eine Galerie mit regelmäßigen Ausstellungen, das Herz gehört auch hier schwerpunktmäßig den grafischen Künsten. Die Symposionsteilnehmer haben sich lange und intensiv mit den druckgrafischen Künsten, vor allem mit der Radierung beschäftigt und haben auf diesem Gebiet Hervorragendes geleistet. Das intensive, gemeinsame Arbeiten in der Druckwerkstätte „SCHEINHAUS“ wird den künstlerisch und konzeptuell hohen Stand der Druckgrafik auch für die Besucher der Landesausstellung sichtbar werden lassen.

Kontakt:
Mag. art. JOSEF BRESCHER, Bildender Künstler, Werkstättenleiter im „Scheinhaus“
m: +43 676/528 205 1
e: brescher@aon.at
w: www.radierung.org